Wofür dieses Projekt?

Wir sind unzufrieden mit dem Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. Was genau wir kritisieren, wurde in diesem Blogpost ausgeführt. Zwar gibt es bessere Alternativen zum Wahl-O-Mat, doch die meisten kopieren zumindest einen Teil der kritisierten Fehler. Sie sind auch keine Alternative, solange nahezu alle großen Medien ausschließlich den Wahl-O-Mat bewerben. Wir wollen daher vor allem erreichen, dass die Bundeszentrale ihr Angebot ernster nimmt und sich besseren Lösungen öffnet.

Wofür eine neue Wahlempfehlungslösung?

Unser Wahltest ist nicht neu. Er wurde zum ersten Mal 2001 für den heutigen rbb zur Begleitung der Berliner Abgeordnetenhauswahl entwickelt und ist damit sogar ein Jahr älter als der Wahl-O-Mat. Unsere weiteren Auftraggeber waren zunächst Medien, die aber zunehmend keine Perspektive darin sahen, mit einem eigenen Format in Konkurrenz mit dem immer populärer werdenden Wahl-O-Mat zu treten. Zuletzt wurde der Wahltest nur noch von Verbänden als Tool für interaktive Wahprüfsteine verwendet. Wir finden das schade, weil wir den Wahltest für die bessere Lösung halten. Daher haben wir ihn jetzt mit einem neuen Interface "wiederbelebt".

Warum werden nicht alle Parteien zur Auswahl angeboten?

Uns geht es in dem Projekt darum, die Unterschiede zum Wahl-O-Mat der Bundezentrale für politische Bildung herauszustellen. Dafür reicht eine kleinere Auswahl an Parteien, da im Wahl-O-Mat auch nicht alle Parteien gleichzeitig ausgewählt werden können. Wir haben dazu im ersten Schritt die sechs im Bundestag vertretenen Fraktionen ausgewählt. Sofern das Projekt auf Interesse stößt, wollen wir noch diejenigen Parteien ergänzen, bei denen laut aktuellen Umfragen ein Einzug in das Europäische Parlament wahrscheinlich ist.

Wer hat die Fragen ausgewählt?

Die Fragen wurden von der Bundeszentrale für politische Bildung für den Wahl-O-Mat formuliert. Die Antworten haben wir von den Antworten der Parteien im Wahl-O-Mat übernommen und ggf. durch Aussagen aus den Wahlprogrammen ergänzt. Wir haben die Fragen so übernommen, damit die Ergebnisse des Wahltest mit denen des Wahl-O-Mat vergleichbar werden. 

Habt ihr euch das alles alleine ausgedacht?

Ehre, wem Ehre gebührt: Inspiration für Idee eines anonymisierten Vergleichs von Parteiprogrammen war ein Radiobericht über ein Projekt der Universität Passau in den späten 90er Jahren, unsere Idee war, daraus eine Software zu machen. Und danke für die Visualisierung der ausklappbaren Balken in der Auswertung, die wir ähnlich wie beim Voteswiper umgesetzt haben (um so auch mobil unbegrenzt viele Parteien auswerten zu können).