Vor knapp fünf Jahren haben wir verschiedene Online-CO2-Footprint-Rechner getestet um herauszufinden, welchen wir unseren Nutzer*innen empfehlen können. Das Ergebnis damals: Wirklich zufriedenstellend ist keiner, nicht mal die #1. Nun haben wir einen neuen Test gemacht.

Im Vergleich zu vor fünf Jahren ist das Angebot an CO2-Footprint-Rechnern erfreulicherweise deutlich gestiegen. Nicht nur zahlreiche große Non-Profit-Organisationen, sondern auch immer mehr kleine Start-Ups versuchen Nutzer*innen die Möglichkeit zu geben, ihre persönliche Co2-Bilanz zu berechnen. Sowohl beim Design als auch bei der Benutzerfreundlichkeit wurde sich ins Zeug gelegt. Ob die bunten Tests aber auch wirklich wissenschaftlich genau sind und alle relevanten Faktoren miteinberechnen, haben wir auch dieses Mal getestet.


Wir haben zehn Rechner auf Deutsch und auf Englisch ausprobiert, um Ihnen die fünf besten vorzustellen. Dabei galt der Ansatz des Umweltbundesamtes für uns als Orientierung für die wissenschaftliche Genauigkeit. Gleichermaßen sollten die Rechner aber auch Spaß machen: also nicht nur präzise, sondern auch kurzweilig und motivierend sein. Bekommen wir als Nutzer*innen zusätzliche Tipps für den Alltag oder sogar direkte Kompensationsoptionen angezeigt - umso besser!

Hier präsentieren wir euch fünf aussagekräftige CO2-Footprint-Rechner und ihre Besonderheiten.

Die besten CO2-Fußabdruck-Rechner 2021

#5 Umweltbundesamt

Als offizielle Institution für den Umweltschutz hat das Umweltbundesamt einen Rechner erstellt, der besonders im Aspekt der wissenschaftlichen Präzision eine hohe Messlatte setzt. Da die Fragen mit jährlichen Angaben beantwortet werden sollen, erfordert er im Vergleich zu anderen Tests etwas mehr eigene Rechenarbeit. Dafür erhält man Zwischenergebnisse für die einzelnen Kategorien und Vergleichswerte zum deutschen Durchschnitt. Spannend: über das Carbon Scenario kalkuliert der Rechner, wie sich die eigene Klimabilanz durch bestimmte „Actions“ verbessern lässt. Toll ist, dass für Personen mit wenig Zeit ein Quick Test geboten wird.

Macht Fans von Grafiken und Zahlen glücklich – Platz 5.

#4 WWF UK

2015 war dieser englischsprachige Rechner unser Testsieger. Nun, im Jahr 2021, kann er uns leider nicht mehr vollends überzeugen: Die Fragen sind weiterhin präzise, allerdings machen es die Antwortoptionen manchmal schwer sich zwischen zweien zu entscheiden. Das Design ist modern und schlicht, aber leider auch etwas langweilig. Eine grafische Darstellung, in welchen Kategorien man am meisten verbraucht, und generelle Tipps machen diesen Rechner dennoch zu einer der stärksten Alternativen unter den englischsprachigen Rechnern.

Modern, schlicht und vollständig – der WWF-Rechner macht vieles richtig, dafür gibt’s Platz 4.

#3 MyClimate

Dieser Rechner dauert nur 3 Minuten und eignet sich somit perfekt für Testmuffel oder Personen, die sich nicht gerne lange mit unangenehmen Wahrheiten (wie ihrer eigenen Klimaschutzbilanz) aufhalten. Trotz der Kürze schafft es der Test, alle relevanten Kategorien abzudecken. Die Ergebnisse zeigen klar und anschaulich, in welchem Bereich am meisten Co2 verursacht wird. Wer tiefer ins Detail gehen will, kann einen längeren Test wie den vom Umweltbundesamt ausprobieren.

In der Kürze liegt die Würze – mit diesem Rechner hat niemand mehr eine Ausrede, nicht mitzumachen – unser Platz 3.

#2 WWF Schweiz

Der ehemalige Platz 3 ist auf Platz 2 vorgerückt. Mittlerweile wurden weitere Fragen mit ausreichend Antwortvariationen ergänzt und man bekommt bereits beim Fragenbeantworten ein Gefühl dafür, wo die entscheidenden Verhaltensänderungen liegen könnten. Am Ende bekommt die Nutzer*in sogar eine Auswertung mit ausführlichen Erklärungen, warum sich das jeweilige Verhalten positiv oder negativ auswirkt. Ein wenig enttäuschend ist jedoch das Design: Weder Farben noch Bilder begleiten durch den Test.

Inhaltlich ist dieser Rechner nicht zu schlagen – Platz 2.

#1 Global Footprint Network

Unser Favorit unterscheidet sich von den anderen Rechnern nicht nur durch die farbenfrohen Animationen, die dem Rechner einen spielerischen Reiz geben, sondern auch durch die Fragestellungen, die es nicht nur Menschen aus westlichen Zivilgesellschaften, sondern beispielsweise auch Personen, die einer Holzhütte leben, möglich machen, ihren Co2 Fußabdruck zu kalkulieren. Der Test dauert 10 bis 15 Minuten, aber es lohnt sich: Kurze Infotexte erklären die Sachverhalte und in den „Solutions“ bekommen Nutzer*innen praktische Tipps. Auf einer interaktiven Karte kann jede*r persönliche Tipps für Orte und Veranstaltungen eintragen.

Innovativ, farbenfroh und und universell – der Rechner, den wir uns immer gewünscht haben – Platz 1.

Fazit: Für jeden Geschmack etwas dabei!

Die Auswahl an Rechnern ist erstaunlich gut. Die kurzen Rechner geben einen guten ersten Überblick und mit den Rechnern, die etwas mehr Zeit brauchen, wird eine detaillierte Analyse des eigenen co2-Verbrauchs möglich. Sowohl beim Design als auch bei der Benutzerfreundlichkeit konnte eine Schippe draufgelegt werden. Uns hat das Testen sehr viel Spaß gemacht!

Was wünschen wir uns noch?

Mehr praktische Informationen!
Einige Webseiten geben bereits Tipps, aber die Quantität und Qualität ist sicher noch ausbaufähig

Nach dem Test ist vor dem Test
Eine Community, die einen auf dem Weg zur Verkleinerung seines Fußabdrucks begleitet, würde sicher viele User motivieren.

Verknüpfung mit Apps
Der WWF UK bietet zwar eine App an, diese ist leider nicht im deutschen Applestore verfügbar. Es wäre toll, wenn ich meinen Fußabdruck über eine App nach umgesetzten Maßnahmen weiterverfolgen und aktualisieren könnte.