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virales marketing

Heveling hat Recht ;-)

In diesen Tagen macht eine neue Strategie der Suchmaschinenoptimierung von sich reden: Der Einsatz netzpolitischer Trolle. Nicht anders sei der Gastbeitrag des CDU-Bundetagsabgeordneten Ansgar Heveling im Handelsblatt zu erklären, meldet das Blog "Indiskretion Ehrensache".

 
Verlaufskurve mit insignifikanten Ausslägen. Im Bildhintergrund MdB Ansgar Heveling (Quelle: CDU/CSU Bundestagsfraktion)

Heveling insignifikant: Shitstorm im Traffic-Volumen von handelsblatt.com kaum sichtbar.

 

Heveling hat in seinem Kommentar vom 30. Januar die Frage nach dem geistigen Eigentum zum kommenden Kulturkampf stilisiert und den netzpolitischen Vorkämpfern der urheberrechtlichen Allmende den Untergang prophezeit, gehörten diese doch zu einer Minderheit, deren Interessen den Vorstellungen der breiten Mehrheit zuwiderlaufe.

Die These des Blog-Autoren: Heveling sei wohl kaum aufgrund der politische Relevanz seiner Meinung zu der Einladung zu einem Gastkommentar gekommen, auch wenn er für die CDU/CSU-Fraktion in der Interent-Enquete-Kommission des Bundestags sitzt. Vielmehr wäre es dem Handelsblatt um seine Eignung als Troll, sprich als Provokateur der netzpolitisch interessierten Internet-Öffentlichkeit gegangen. Diese gut vernetzte Zielgruppe ist bekannt dafür, sich schnell und massiv echauffieren zu können und dabei vor allem viele Links zu dem Originalartikel zu produzieren.

Da jeder Link auf eine Website deren Ranking in den Suchergebnissen von Google und Co. erhöht, könnte dies tatsächlich eine erfolgversprechendere Strategie im Kampf um Marktanteile darstellen. Umso mehr, als es sich bei den Links voraussichtlich um Verweise aus gut vernetzten Blogs handelt. Der Artikel ziele insofern bewußt auf einen Shitstorm (das ist der Fachbegriff für massive Negativreaktionen im Social Web) und keinesfalls auf die Information der Öffentlichkeit. Soweit die These von "Indiskretion Ehrensache".

Nun, nach nunmehr einer Woche, kann man sich das Ergebnis ansehen: Laut Alexa.com ist der Traffic in der letzten Woche um 6% gestiegen, was den Gesamttrend von -6% im Gesamtquartal nicht verbessert (siehe Grafik). Ähnliche Ergebnisse zeigt die Analyse bei Google Trends, hier zeigt die Kurve sogar nach unten. Und bei Google rangiert das Handelsblatt - obgleich es sich doch um den "Tatort" handelt - beim Stichwort "Ansgar Heveling" immer noch hinter rp-online.de, deren Artikel nur eine Zweitverwertung des Themas darstellt. Irgend etwas machen die noch besser.

Kurzum, die Wellen viral verbreiterer Aufmerksamkeit machen sich im Traffic des Handelsblatts kaum bemerkbar und verebben so schnell, wie sie gekommen sind. Heveling mag insofern Recht haben, wenn er schreibt: "Während die „digital natives“ den realen Menschen zum Dinosaurier erklären, vergessen sie dabei, dass es sich bei dieser Lebensform um die große Mehrheit der Menschen handelt". Vielleicht meinte er mit den digitalen Eingeborenen ja die Online-Strategen des Handelsblatts.

 

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